Internationale Günther Anders Gesellschaft
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Internationale Günther Anders Gesellschaft
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Die nicht gewinnorientierte Internationale Günther Anders Gesellschaft hat das Ziel, Werk und Denken des Philosophen, Essayisten, Literaturkritikers, Romanciers und Lyrikers Günther Anders in der Öffentlichkeit bekannt zu machen.
Ein großer Verleger, außergewöhnlicher Mensch und Freund wird 85: Die Günther Anders-Gesellschaft gratuliert ihrem Mitinitiator und Förderer Wolfgang Beck von Herzen!
👉 guenther-anders-gesellschaft.org/aktuelles/wi...
Wir gratulieren Wolfgang Beck zum 85. Geburtstag! — Günther Anders Gesellschaft
Die Internationale Günther Anders-Gesellschaft gratuliert Dr. h.c. Wolfgang Beck sehr herzlich und in tiefer Verbundenheit zum heutigen 85. Geburtstag! Wolfgang Beck war nicht nur jahrzehntelang Günth...
guenther-anders-gesellschaft.org
September 29, 2026 at 2:51 PM
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Jason Dawsey's article on Günther Anders is an interesting read and might also serve as an introduction to Anders for Anglophones who've never heard of him before:
Excellent piece by my highly esteemed colleague Jason Dawsey on Günther Anders 👇
againstthecurrent.org/atc244/prome...
September 29, 2026 at 10:59 AM
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Rainer Hank (»Hanks Welt«) heute in der FAZ (gestern bereits in der Printausgabe) über Günther Anders als »Deuter des KI-Zeitalters« 👇
www.faz.net/aktuell/wirt....
Günther Anders: Was er 1956 über KI vorausahnte
Der „Perfektion der eigenen Produkte nicht gewachsen“: Was ein Philosoph schon 1956 über die Künstliche Intelligenz wusste – und was er Altman und Amodei heute sagen würde.
www.faz.net
September 29, 2026 at 10:47 AM
Günther Anders und Metal? Der Song 'Alloyed' der kanadischen Metalband 'Dissimulator' sei eine Auseinandersetzung mit Anders' prometheischer Scham. (Quelle: themetallist.com/en/news/2026...) Hier gibt es 'Alloyed' zu hören: youtu.be/vziIGhm0Te0
DISSIMULATOR - Alloyed (From 'Artifice Dissolves' LP, 2026)
YouTube video by 20buckspinlabel
youtu.be
September 29, 2026 at 6:50 AM
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Auf der Webseite der Anders-Gesellschaft gibt es jede Menge neue Videos und Podcasts, unter anderem zu Anders und Fanon 👉 guenther-anders-gesellschaft.org/links-downlo....
August 26, 2026 at 7:51 AM
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»The uncanny valley sensation appears wherever we begin to doubt the humanity of what stands before us.«

Joseph de Weck on the ›uncanny valley‹ of facelifts and AI generated texts - and Günther Anders
👇
www.theguardian.com/commentisfre....
It used to be our imperfect bodies that made us insecure. With AI, it’s our minds as well
For most of modern history, technology sought to imitate humans. Humans increasingly seek to imitate technology, says Guardian Europe writer Joseph de Weck
www.theguardian.com
August 24, 2026 at 5:08 PM
Am 12. und 13. Oktober findet in Freiburg ein Graduiertenworkshop zu Günther Anders statt - unterstützt von der Anders-Gesellschaft.
August 7, 2026 at 10:51 AM
Vor 124 Jahren wurde Günther Siegmund Stern (1902-1992) in Breslau - heute Wrocław - geboren.

#OTD
July 12, 2026 at 12:54 PM
Konrad Paul Liessmann in einem differenzierten Interview zum Thema KI und Bildung (@derstandard.at)
👇
www.derstandard.at/story/300000....
June 7, 2026 at 10:50 AM
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Wochenendprojekt: Philosophiegeschichte (@chbeckliteratur.bsky.social). Nach Band 1-3 kommt jetzt das frühe Mittelalter.

Aus meiner Sicht sind solche groß angelegten Überblicksdarstellungen (immer wieder) Pflichtlektüre - im Studium und darüber hinaus.
June 6, 2026 at 12:18 PM
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Und aus aktuellem Anlass hier noch der Hinweis auf einen Beitrag unseres IGAG-Beirats (@igag.bsky.social) Dieter Thomä: www.faz.net/aktuell/feui... (via @faznet.bsky.social).
Martin Heideggers 50. Todestag: Eine Philosophie für die Jetztzeit
Ist Martin Heideggers Werk durch seine NS-Verstrickung belastet? Oder lassen sich Person und Philosophie säuberlich trennen? Der Schlüssel zur Deutung liegt in einer dritten Position. Eine Betrachtung...
www.faz.net
May 26, 2026 at 5:05 PM
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Am Wochenende bin ich zum ersten Mal in Meßkirch, wegen Heidegger, aber mit Günther Anders im Gepäck: www.heidegger-gesellschaft.de/wordpress/wp....
May 26, 2026 at 4:18 PM
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Unterwegs zur Anders-Preisverleihung - morgen ab 19 Uhr im Literaturhaus München (@lithaus.bsky.social)!
May 12, 2026 at 6:02 PM
Noch bis zum 15. Mai sind im Foyer des Universitäts-Campus Jena (Carl-Zeiß-Platz 3) Fotoreproduktionen der berühmten Hiroshima Panels (en.wikipedia.org/wiki/The_Hir... ) aus der Maruki-Galerie in Higashimatsuyama zu sehen.
May 4, 2026 at 5:24 AM
Heute vor 40 Jahren explodierte der Reaktor in Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl. Im Dezember 1986 sorgte Günther Anders mit einem Interview in der Zeitschrift »natur« für Furore, in dem der vehemente Kritiker des Atomzeitalters dafür plädierte, Atomlobbyisten mit dem Tod zu bedrohen.
April 26, 2026 at 10:01 AM
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Hier gibt es unser Beiratsmitglied Konrad Paul Liessmann im Gespräch mit Austrian-Airlines-CEO Annette Mann auf die Ohren: oe1.orf.at/artikel/7261...
Was die Welt zusammenhält
Führende Wissenschafter:innen treffen auf Persönlichkeiten aus Kultur, Wirtschaft und Medien, um sich über die Zukunft auszutauschen. Gäste bei Günter Kaindlstorfer sind diesmal Austrian-Airlines-C...
oe1.orf.at
April 21, 2026 at 6:37 AM
Hier gibt es unser Beiratsmitglied Konrad Paul Liessmann im Gespräch mit Austrian-Airlines-CEO Annette Mann auf die Ohren: oe1.orf.at/artikel/7261...
Was die Welt zusammenhält
Führende Wissenschafter:innen treffen auf Persönlichkeiten aus Kultur, Wirtschaft und Medien, um sich über die Zukunft auszutauschen. Gäste bei Günter Kaindlstorfer sind diesmal Austrian-Airlines-C...
oe1.orf.at
April 21, 2026 at 6:37 AM
In seiner Kolumne in der Kleinen Zeitung schreibt unser Beiratsmitglied Konrad Paul Liessmann anlässlich der Artemis-II-Mission über die Rückseite des Mondes - und Günther Anders: www.kleinezeitung.at/politik/2075...
Konrad Paul Liessmann: Die Rückseite des Mondes
Die Rückseite des Mondes bietet verstörende Einsichten über den Menschen und die Technologie. Erfahren Sie mehr über die Artemis-II-Mission.
www.kleinezeitung.at
April 13, 2026 at 7:02 PM
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Many thoughts were shared yesterday about Günther Anders and his book »The Obsolescence of the Human« (which is finally available in English now thanks to Chris Müller & @morbuscriticus.bsky.social) — in discussion with @chrhentschel.bsky.social, @elkeschwarz.bsky.social & Léna Silberzahn 📚🤝
February 11, 2026 at 1:26 PM
Wer am 26.2.2026 noch nichts vor hat: In Valencia findet eine von Óscar Cubo und Anacleto Ferrer organisierte Konferenz zu Günther Anders’ Gelegenheitsphilosophie statt: www.uv.es/departament-...
Jornada de ponencias: GÜNTHER ANDERS, FILÓSOFO DE LA SITUACIÓN
www.uv.es
February 12, 2026 at 8:27 AM
10.2. in der Kollegforschungsgruppe »Zukünfte der Nachhaltigkeit« mit @chrhentschel.bsky.social, Christopher J. Müller, @morbuscriticus.bsky.social, @elkeschwarz.bsky.social, Léna Silberzahn; am 11.2. mit Christopher J. Müller! Anmeldung: www.zukuenfte-nachhaltigkeit.uni-hamburg.de/kolleg/newsr...
January 30, 2026 at 8:02 AM
Unser Vorstandsmitglied Christopher J. Müller hat den Eintrag zu Günther Anders in der soeben erscheinen Encyclopedia of Phenomenology verfasst: Anders, Günther (1902–1992). In: Nicolas de Warren, Ted Toadvine, (Hg): Encyclopedia of Phenomenology. Springer. Online unter: doi.org/10.1007/978-...
Anders, Günther (1902–1992)
doi.org
January 30, 2026 at 7:43 AM
Das vielversprechende Programm für die Anders-Tagung (organisiert von @buber-rosenzweig.bsky.social, @ifsfrankfurt.bsky.social, der IGAG und der Günther-Anders-Forschungsstelle Freiburg) vom 19. bis 21. Februar in Frankfurt ist online: www.ifs.uni-frankfurt.de/eventleser/k...
Kritische Theorie der Endzeit. Günther Anders als Denker der Gegenwart - Institut für Sozialforschung
Programm am Donnerstag, 19. Februar 2026 13.30–14.00 Uhr Christian Dries, Martin Kudla, Stephan Lessenich, Christian Wiese Begrüßung und Einführung 14.00–14.45 Uhr Jochen Gimmel Apokalypse: Die Wiederkehr des Verdrängten 14.45–15.30 Uhr Sara Walker (Nicht-)Erfahrung in einer apokalyptischen Welt: Anders, Adorno, Benjamin 15.30–16.00 Uhr Pause 16.00–16.45 Uhr Stefan Niklas Die Selbstbegegnung der Erde hat nicht stattgefunden: Günther Anders und der Planet als ein »auf atemberaubende Weise Unbekanntes« 16.45–17.30 Uhr Laëtitia Riss From Apocalypse to Globocide: On Anders’ Last Word 18.00 Uhr Öffentlicher Vortrag Yael Kupferberg Vom »letzten« zum »ersten« Juden. Günther Anders – das Judentum und die jüdische Existenz 19.30 Uhr Gemeinsames Abendessen   Programm am Freitag, 20. Februar 2026 9.30–10.15 Uhr Robert Ziegelmann Zweierlei Inversion der Utopie: Zum Bilderverbot bei Günther Anders und in der Kritischen Theorie 10.15–11.00 Uhr Jonas Balzer Antiquiertheit der Bedürfnisse? – Zu Verlauf und Wirkung einer Seminardiskussion unter Beteiligung von Theodor W. Adorno, Günther Anders, Max Horkheimer und Herbert Marcuse 11.30–12.15 Uhr Jason Dawsey Technology Critique and Counterrevolution: Günther Anders, Post-Marxism, and the Beginning of the Neoliberal Era 12.15–13.00 Uhr Mara Recklies Vom Genozid zum Globozid? Adorno und Anders’ Kritik der instrumentellen Designpraxis 13.00–14.30 Uhr Mittagspause 14.30–15.15 Uhr Bernd Bösel Marcuse und Anders: Zwei komplementäre Vordenker der Degrowth-Bewegung? 15.15–16.00 Uhr Susanne Herresthal Kreative Negativität bei Günther Anders 16.30–17.15 Uhr Lucas Pohl Mensch ohne Welt: Günther Anders und die kritische Geographie der Endzeit 18.30 Uhr Gemeinsames Abendessen   Programm am Samstag, 21. Februar 2026 9.30–10.15 Uhr Jacob Blumenfeld Three Catastrophes 10.15–11.00 Uhr Florian Heßdörfer Apokalypseblindheit: Versuch über die Endzeit als Erkenntnishindernis 11.00–11.30 Uhr Pause 11.30–12.15 Uhr Marcus Quent Was heißt: Kritik der Apokalypse-Blindheit? 12.15–13.00 Uhr Tom Vandeputte Toward a Critical Theory of Extinction     Tagung vom 19. bis 20. Februar 2026 in Frankfurt am Main Günther Anders, geb. Stern (1902–1992), wird in jüngster Zeit vermehrt als Inspirationsquelle für ein kritisches Denken der Gegenwart wiederentdeckt: im (post-)apokalyptischen Diskurs bei Jean-Pierre Dupuy oder Srećko Horvath, in Bruno Latours Gaia-Vorlesungen und Christine Hentschels Überlegungen zum »edge work« von Klima-Aktivist:innen, die nach alternativen Formen des Überlebens und des Widerstands im Anthropozän suchen.[1] Teils zustimmend, teils kritisch haben sich auch Denker:innen wie Zygmunt Bauman, Deborah Danowski, Eduardo Viveiros de Castro, Michaël Fœssel, Jean-Luc Nancy, Guillaume Paoli, Peter Sloterdijk und Slavoj Žižek auf Anders bezogen.[2] Im Fokus steht dabei meist dessen »prophylaktisches« apokalyptisches Denken, das die Katastrophe an die Wand schreibt, um sie zu verhindern, gepaart mit der Idee einer »moralischen Phantasie«, von »Streckübungen« unseres Vorstellungs- und Gefühlsvermögens. Auch Andersʼ Medienkritik wurde unlängst wieder für aktuelle Debatten um Künstliche Intelligenz und Affektpolitik revitalisiert (z.B. bei Bernd Bösel, Anna-Verena Nosthoff und Felix Maschewski[3]). Zwei bedeutsame Traditionslinien, an die Anders explizit und implizit anschließt, bleiben dabei häufig unterbelichtet: Neben seiner akademischen Sozialisation bei Husserl und Heidegger und einem starken Bezug zur Philosophischen Anthropologie Plessners fühlte sich Anders vor allem der frühen Kritischen Theorie verbunden und bezeichnete sich selbst immer wieder als Marxist. Trotz großer inhaltlicher Nähe zur frühen Kritischen Theorie bleibt Anders bei den meisten »Frankfurtern« jedoch stets ein allenfalls geduldeter, zumeist aber ignorierter Außenseiter. Starke Bezüge gibt es außerdem zum Judentum. Anders reflektiert sie offen, meist aber nur, um sich selbst als abtrünnig zu inszenieren. Beide Bezüge stellen daher zugleich intellektuell fruchtbare Anziehungs- wie Abstoßungspunkte dar. Von sich selbst sagte Anders einmal, er habe bis »zum 6. August 1945 – der Tag hieß Hiroshima« gewissermaßen »sehr jüdisch […] in der Erwartung des Noch-Nicht, des zu errichtenden messianischen Reichs« gelebt.[4] Zwar nannte er sich auch »der Ungläubige«, einen »Ketzer« und aus einer »Tradition des Antitraditionalismus« stammend, steht jedoch mit dieser Abwehr in einer langen Traditionslinie von Ketzern und Häretikern, in einer jüdischen Tradition des Traditionsbruchs. Darüber hinaus bezeichnete Anders sich einmal als »Schüler der Propheten«, erkannte im Herumgetrieben-Sein durch die Verfolgung einen Vorteil – »allein der Herumgetriebene genießt die Chance der Vorurteilslosigkeit«[5] – und entdeckte an einem für ihn bedeutsamen Tag eine »Wurzel« seines Denkens, die in seiner Medienkritik unübersehbar ist: »Sie heißt: ›Du sollst dir kein Bildnis machen‹. Ihr entstammen alle meine Leidenschaften. Wenn ich ›philosophiere‹, so besteht meine Tätigkeit in nichts anderem als in der Befolgung dieses Gebotes, in der Bekämpfung menschengemachter absoluta, also in Ikonoklasmus«.[6] Die Bedeutung dieses Bildersturms für Andersʼ Denken der Endzeit bzw. des Anthropozäns wurde bisher noch kaum erfasst. Ähnliches gilt für die Tiefendimension der »prophylaktischen« Apokalyptik.[7] Als Anders den Apokalypsebegriff äquivalent zu der »von uns verursachten Erd- und Selbstvernichtung« verwendete, bediente er sich in der Tradition auf eigenwillige Weise. (Interessant sind in diesem Zusammenhang seine erst kürzlich entdeckte Bekanntschaft mit Jacob Taubes und die Verbundenheit mit seinem Großcousin Walter Benjamin.) Als er 1956 eine »eschatologische Windstille« diagnostizierte,[8] setzte er mit seinem enervierenden Insistieren auf die bevorstehende »Apokalypse« ganz auf die politisch-revolutionäre Sprengkraft endzeitlicher Gedanken, um so ein breites Publikum zu erreichen. Ganz im Sinne seines Ikonoklasmus verweigerte er dabei jedoch, alternative Szenarien auszumalen oder gar zu verabsolutieren. Andersʼ Verhältnis zur frühen Kritischen Theorie wie zu anderen marxistischen Denkern – z.B. Ernst Bloch, dessen Utopismus Anders scharf kritisierte und mit einem »Prinzip Trotz« konterte – ist hochgradig ambivalent. Abgesehen von wenigen Arbeiten (siehe etwa Dawsey[9]) steht eine umfassende Untersuchung dieser Bezugslinien ebenfalls noch weitgehend aus. Anhaltspunkte zu thematischen, methodischen und inhaltlichen Überschneidungen, aber auch Divergenzen und Gräben, gibt der 2022 veröffentlichte Nachlassband mit Briefen an und von Adorno, Bloch, Horkheimer und Marcuse. So schreibt Anders an Adorno, dass »die Affinität Ihrer und meiner Produktion (und nicht nur in den Augen Dritter) seit langem immer evidenter wird«, zugleich gelte es, die »hot potatoes« zwischen ihnen anzugehen. Von den persönlichen Idiosynkrasien abgesehen zählt philosophisch dazu in erster Linie wohl Andersʼ Technikkritik, die mit ihrer Betonung der Subjekthaftigkeit und Co-Akteurschaft von Technik aus seiner Sicht eine Leerstelle in der marxistischen Tradition ausfüllt, die Technik letztlich als verfügbares Produktionsmittel denkt – ohne dass Anders sich damit freilich in Fundamentalopposition zu Marx und dessen Frankfurter Nachfahren bringen wollte. Auch sein Denken ist vom Motiv einer Dialektik der Aufklärung durchzogen und sucht unverkennbar den Anschluss an die marxistische Tradition. Leidenschaftlich gestritten wird zwischen Anders und Adorno über die Rolle des engagierten Intellektuellen, über Sinn und Formen des politischen Aktivismus. Starke Anknüpfungspunkte findet Anders wiederum in den technikkritischen Überlegungen des jungen Marcuse. Frappant und bisher unbearbeitet sind die Familienähnlichkeiten zur Kritischen Theorie zudem in der Auseinandersetzung mit Kulturindustrie, Antisemitismus und Shoah. Mit seiner negativen Anthropologie der Weltfremdheit des Menschen rückt Andersʼ Denken nicht nur in die Nähe der Gnosis; er verfolgt wie die Frankfurter (bis hin zu Ulrich Sonnemann) auch einen konsequenten Anti-Essentialismus. Den messianisch und utopisch inspirierten Denkern aus Frankfurt (und Tübingen) steht er skeptisch gegenüber. Über den späten Fromm äußert sich Anders in den Ketzereien abfällig, der sozialpsychologische Ansatz des frühen dürfte ihm selbst allerdings recht nahegelegen haben. So zeigt er sich Friedrich Pollock gegenüber beeindruckt vom »Familien-Wälzer« (The Autoritarian Personality), formuliert aber auch »grundsätzlichere« Bedenken. Wie Adorno oder Kracauer ist Anders ein Meister der »kleinen Form«, des Essays und des Aphorismus. Methodisch bedient er sich vor allem bei der marxistisch inspirierten Avantgardekunst seiner Zeit, darunter Bertolt Brecht, John Heartfield und George Grosz.   Die Tagung unter dem Titel »Kritische Theorie der Endzeit. Günther Anders als Denker der Gegenwart« will sich am Frankfurter Institut für Sozialforschung mit diesen Einflüssen beschäftigen. Über rein historisierende, werkgeschichtliche oder vergleichende Zugänge hinaus soll dabei jedoch vor allem Anders als ein kritischer, aus unterschiedlichen Denktraditionen schöpfender Theoretiker des Anthropozäns im Zentrum stehen. Es geht also – mit Blick auf Andersʼ Verbindung zur Kritischen Theorie, zum Judentum und deren wechselseitigen Verflechtungen – um Begriffe, Verständnisse und Konzepte, um Weltdeutungen und -haltungen, die sich im Anschluss an Anders für aktuelle Problemstellungen gewinnen lassen. Demgemäß lauten die Leitfragen der Tagung: Welche Fluchtlinien lassen sich von Andersʼ Denken ausgehend in die Gegenwart ziehen? Welche Rolle spielen dabei Judentum bzw. Kritische Theorie? Wo und wie lassen sich Andersʼ Kritik der politischen Technologie und der atomaren Endzeit in gegenwärtige Debatten einbringen und weiterentwickeln – in wissenschaftliche, politische und intellektuelle Diskurse um das Ende der Fortschrittsutopie und die Konturen einer von apokalyptischen Klimaszenarien und Kipppunkten geprägten Endzeit, über die Antiquiertheit, Liquidierung und Optimierung des Menschen, nicht zuletzt auch über Formen des Widerstands gegen die drohende Katastrophe?     [1] Jean-Pierre Dupuy, A Short Treatise on the Metaphysics of Tsunamis, Michigan 2015; Christine Hentschel, »Stretches of imagination at the end of times: affective workouts against apocalypse«, in: Marina Garcés (coord.), Ecology of the imagination. Artnodes, Nr. 29. UOC, https://doi.org/10.7238/d.v0i29.393041 (zuletzt aufgerufen am 24.11.2024); Dies., »Edgework in post/apokalyptischen Zeiten«, in: Soziopolis, 27. September 2023, https://www.soziopolis.de/edgework-in-post-apokalyptischen-zeiten.html (zuletzt abgerufen am 24.11.2024); Srećko Horvat, After the Apocalypse, Cambridge (UK) 2021; Bruno Latour, Kampf um Gaia. Acht Vorträge über das neue Klimaregime, Berlin 2020. [2] Zygmunt Baumann, Collateral Damage. Social Inequalities in a Global Age, Cambridge/Malden 2011; Deborah Danowski/Eduardo Viveiros de Castro, In welcher Welt leben? Ein Versuch über die Angst vor dem Ende, Berlin 2019; Michaël Fœssel, Nach dem Ende der Welt. Kritik der apokalyptischen Vernunft, Wien 2019; Jean-Luc Nancy, After Fukushima. The Equivalences of Catastrophes, New York 2015; Guillaume Paoli, Geist und Müll. Von Denkweisen in postmodernen Zeiten, Berlin 2023; Peter Sloterdijk, Die Reue des Prometheus. Von der Gabe des Feuers zur globalen Brandstiftung, Berlin 2023; Slavoj Žižek, »From catastrophe to apocalypse… and back«, in: Apocalyptica, Heft 1/2022. [3] Bernd Bösel, Die Plastizität der Gefühle. Das affektive Leben zwischen Psychotechnik und Ereignis, Frankfurt a. M./New York 2022; Ders., »Ikonomanie, apriorische Bedingungsformen, Psychotechnik: Zur Aktualität der Medientheorie von Günther Anders«, in: Deutsche Zeitschrift für Philosophie 72, 4 (2024), S. 579–592; Felix Maschewski/Anna-Verena Nosthoff, »›Passivität im Kostüm der Aktivität‹. Über Günther Anders’ Kritik kybernetischer Politik im Zeitalter der ›totalen Maschine‹«, in: Günther Anders aktuell. Themenausgabe des Behemoth. A Journal on Civilization, 11(1), 2018, hg. von Christian Dries; Dies., »The obsolence of politics: Rereading Günther Anders’s critique of cybernetic governence and integral power in the digital age«, in: Thesis Eleven 153(1), 2019, S. 75–93. [4] Günther Anders: »Günther Anders«, in: Mein Judentum, hrsg. v. Hans Jürgen Schultz, Stuttgart/Berlin 1978, S. 58–76, hier: S. 69. [5] Günther Anders: Ketzereien, München 1991, S. 319. [6] Günther Anders: Der Mann auf der Brücke, München 21963, S. 158. [7] Siehe dazu Günther Anders: »Die Frist«, in: ders.: Endzeit und Zeitenende. Gedanken über die atomare Situation, München 1972, S. 170–221. [8] Günther Anders: Die Antiquiertheit des Menschen 1. Über die Seele im Zeitalter der zweiten industriellen Revolution, München 42018, S. 307. [9] Jason Dawsey, »Marxism and technocracy: Günther Anders and the necessity for a critique of technology«, in: Thesis Eleven, 153(1), 2019, S. 39–56.     Kooperationspartner Buber-Rosenzweig-Institut für jüdische Geistes- und Kulturgeschichte der Moderne und Gegenwart an der Goethe-Universität Frankfurt Günther-Anders-Forschungsstelle der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Internationale Günther-Anders-Gesellschaft Institut für Sozialforschung Frankfurt am Main   Organisationsteam Prof. Dr. Christian Wiese Prof. Dr. Stephan Lessenich Dr. Christian Dries Martin J. Kudla, M.A., M.A.   Der Call for Papers findet sich hier.
www.ifs.uni-frankfurt.de
December 30, 2025 at 12:07 PM
Die Jury des Anders-Preises hat getagt und einstimmig eine neue Preisträgerin bestimmt: Die Historikerin Dagmar Herzog. (www.gc.cuny.edu/people/dagma...)
Wir freuen uns sehr und gratulieren herzlich!
www.guenther-anders-gesellschaft.org/aktuelles/an...
Anders-Preisträgerin 2026: Dagmar Herzog — Günther Anders Gesellschaft
In ihrer abschließenden Sitzung am 19. Dezember 2025 hat die Jury des Günther Anders-Preises für kritisches Denken unter Vorsitz von Dr. Christian Dries den Anders-Preis 2026 einstimmig der Historiker...
www.guenther-anders-gesellschaft.org
December 30, 2025 at 11:57 AM
Freude zum Jahresende: Die erste englische Gesamtübersetzung des 1. Bands der Antiquiertheit des Menschen ist bei @uminnpress.bsky.social erschienen, übersetzt von IGAG-Vorstandsmitglied Christopher J. Müller. Wir gratulieren ihm zu dieser herausragenden Leistung!
www.upress.umn.edu/978151791265...
The Obsolescence of the Human
Now available in English—one of the twentieth century’s most important works on the philosophy of technology With this first English translation of influ...
v8k6.engage.squarespace-mail.com
December 30, 2025 at 11:50 AM