#DH-Methoden
Ich freue mich schon sehr auf das heutige Panel "Digitale Horizonte von Weltliteratur" auf der #DGAVL -Tagung. Ich spreche über das Potential digitaler Methoden für die Vergleichende Literaturwissenschaft am Beispiel von #DraCor.
@dracor.org @unimainz.bsky.social @unimainz-events.bsky.social #DH
September 15, 2026 at 7:09 AM
Heute auf dem #Stadtfest habe ich mich am Stand der @uni-wuerzburg.de mit Interessierten im "Battle of the Plays" mit dramatischen Netzwerken gebattelt. Dieses Spiel zeigt: Digitale Methoden schaffen neue Zugänge zu literarischen Texten, auch zu antiken Texten.
#WissKomm #DH #ClassicsBluesky #DraCor
September 19, 2026 at 2:19 PM
Digitales Manuskript?! Exkursionstag am 2.4.2025 im #lwlarchivamt & Technischen Zentrum #LandesarchivNRW Münster. 3D-Digitalisierung, Restaurierung, Diskussion zu Originalerhalt & Digitalisierung mit Blick auf #DH Methoden

Infos: www.uni-muenster.de/EvTheol/gkm/...

#DigitalHumanities #Archiv #dh
March 28, 2025 at 7:22 PM
@anastasiaglawion.bsky.social ist Juniorprofessorin für Digitale Literatur und Methoden und PI am #GRK2806. Sie erforscht, wie Literatur in digitalen Räumen entsteht und wirkt. Ein besonderer Fokus dabei sind Mixed-Methods-Analysen von #Fanfiction.

@dhssfau.bsky.social
#DH #CLS
March 9, 2026 at 12:20 PM
Ich freue mich schon auf das Stadtfest am Samstag! Interessierte können sich u.a. im "Battle of the Plays" mit dramatischen Netzwerken übertrumpfen - digitale Methoden zum Anfassen. Neugierig geworden? Dann gerne an den Ständen @uni-wuerzburg.de vorbeischauen!

#WissKomm #DH #ClassicsBluesky #DraCor
September 18, 2026 at 3:13 PM
Wie gehen wir mit unseren #dh-Methoden mit der Tatsache um, dass Ähnlichkeit (z.B. von Texten) auch durch die Abwesenheit eines Merkmals in einer Klasse entstehen kann? – Interessante Frage, eingebracht von Christof Schöch im Intertextualitäts-Panel bei der #dhd2026
February 25, 2026 at 10:50 AM
m*w ist ein super Projekt von zwei super Kolleginnen, die mir als von DH-Methoden lange völlig unbeleckter Mensch zeigen, wie Literaturwissenschaft von diesen Methoden profitieren kann - & v.a. dass es kein "Entweder-Oder", ("traditionell" oder DH; Computer-lesen-Lassen oder Selbst-Lesen) sein muss.
Bei der IGEL-Conference 23 habe ich mit Marie Flüh einen Vortrag zu "From Mining to Profiling: A computational literary case study on gender features in literary texts" gehalten. Blogbeitrag (deutsch) mit Vortrag und Abstract (englisch) findet ihr hier: msternchenw.de/?p=931
Empirische Literaturwissenschaft meets m*w - m*w
Team m*w war mal wieder on Tour. Dieses Mal haben wir einen Ausflug ins süditalienische Monopoli gemacht, um unsere Arbeit einer Gruppe empirisch arbeitender Literaturwissenschaftler*innen, der IGEL-Society, vorzustellen. Bei exquisitem Kaffee und luftigem veganen Kuchen (na gut, das ein oder andere Gelato war natürlich auch dabei) haben wir über Genderdarstellungen und Figurenprofile diskutiert. In diesem Rahmen konnten wir auch erstmals einige Ergebnisse unserer Forschung am DisKo+-Beauvoir-Korpus vorstellen. Simone de Beauvoir hat im zweiten Teil ihres Textes Das andere Geschlecht (1949) über 100 literarische Texte beispielhaft zitiert, um eine Reihe von Genderrollen zu charakterisieren. Ergänzend zu den Eigenschaften aus ihrer Interpretation dieser Texte beschreibt sie Ansätze zu Gegenentwürfen herkömmlicher Genderkategorien. Was passiert aber, wenn man eine Auswahl dieser Texte in einem standardisierten Verfahren mit digitalen Methoden systematisch nach Genderrollen und Figurencharakterisierungen untersucht? Dieser Frage gehen wir seit einiger Zeit in unserem m*w-Projekt nach. Nun haben wir erste Ergebnisse, die zeigen, dass Natürlich haben unsere Studien nicht nur erste Fragen beantwortet, sondern auch neue aufgeworfen. Unsere Daten zeigen z.B., dass es gar nicht unüblich ist, eine Figur, die überwiegend mit Rollen einer Genderkategorie charakterisiert wird, auch einmal mit einer Rolle zu beschreiben, die zu einem anderen Gender gehört. Ein prominentes Beispiel für eine solche Konstellation ist z.B. die Selbstbezeichnung von Hagrid in Harry Potter 2 als “Mami” des Drachenjungen Norbert. Aber wo fängt eine ungewöhnliche Genderdarstellung an, die die (vermeintlich?) seit Jahrhunderten etablierten Grenzen zwischen Genderrollen überschreitet oder in Frage stellt?  Wenn du mehr über unsere Studie erfahren möchtest, gelangst du hier zur Youtube-Version unseres Vortrags:  Video: Und zum Nachlesen findest du hier unser Abstract
msternchenw.de
October 10, 2023 at 8:15 AM
Auch in diesem Jahr haben wir die FUB-HUJI DH Winterschool an der @freieuniversitaet.bsky.social unterstützt. Drei Tage interdisziplinärer Austausch zu digitalen Methoden in den Geisteswissenschaften – gefördert durch GIF & #GermanU15.
March 10, 2025 at 3:23 PM
📣 #Onlinevortrag unseres #DHELab:

"Spurenlese: Resultate digitaler Methoden in hermeneutischen Praxen am Beispiel SchulbuchEvolution & DigiRel"
Mit FabianDombrowski @gei.bsky.social

🗓️Fr 29.8.2025 | 12-13 Uhr

➡️ bbf.dipf.de/de/aktuell/t...

Offen für alle!

#DigitalHistory #DH #histed #skystorian
August 22, 2025 at 8:11 AM
Hier ist der Plan zu meinem Proseminar Mittelalter Digital im SoSe 2024 - falls sich jemand inspirieren lassen möchte, DH und ÄdL zu verknüpfen. 🎓 zenodo.org/records/1321...
Proseminar Mittelalter Digital SoSe 2024
Die Lehrveranstaltung bietet eine umfassende Einführung in digitale Methoden der Mittelalterforschung mit dem Schwerpunkt Text. Es folgen Einheiten zu Paläographie, Transkription und Lexikographie, di...
zenodo.org
August 5, 2024 at 9:25 AM
Begrüßung in den DH-Studiengang mit dem Auftakt der Ringvorlesung. www.youtube.com/live/fdlKHmd...
Einführung in die Grundlagen und anwendungsorientierte Methoden der DH (WiSe 2023)
#TUDresden #DigitalHumanities #dhgswDie Vorlesung "Grundlagen und anwendungsorientierte Methoden der Digital Humanities" ist als Ringvorlesung konzipiert, in...
www.youtube.com
October 10, 2023 at 8:14 PM
Die studentischen Blogbeiträge zu meinem Seminar kommen nun: Mit neuen Methoden alte Texte erkunden: Proseminar “Mittelalter Digital” auf dem Blog Digital Humanities an der PLUS Salzburg.https://dhsalzburg.hypotheses.org/2022 #DH #DigitalHumanities #Mediävistik
Mit neuen Methoden alte Texte erkunden: Proseminar “Mittelalter Digital”
Im Sommersemester 2024 fand an der Universität Salzburg unter der Leitung von Dr. Alan van Beek ein etwas anderes Seminar statt. „Mittelalter Digital“ bot eine Einführung in digitale Arbeitsmethoden i...
dhsalzburg.hypotheses.org
September 2, 2024 at 5:58 AM
Jetzt ist es raus!
Ein wunderbarer Überblick über DH in den Geschichtswissenschaften, u.a. mit einem kleinen bescheidenen Beitrag zu den "Epistemologischen Grundlagen der Anwendung digitaler Methoden in den Geschichtswissenschaften":

elibrary.utb.de/doi/book/10....
December 21, 2023 at 4:23 PM
Nikolaus Weichselbaumer hat zum Auftakt der Ringvorlesung „Innovation und Technik im Mittelalter“ am @wiko-greifswald.bsky.social aufgezeigt, wie man mit Methoden der DH frühe Buchdrucke auswerten und Rückschlüsse bzgl. ihre Herkunft aus bestimmten Druckereien ziehen kann. #LitWiss
November 3, 2025 at 7:57 PM
Vor dem Hintergrund praxeologischer Ansätze aus der Netzwerkforschung und Wissensgeschichte sowie unter Berücksichtigung von Methoden der #DH widmet sich der Workshop den Verflechtungen frühneuzeitlicher Institutionen und Medien am und um den Gothaer Hof.
#earlymodernhistory #bookhistory #Brief
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March 3, 2026 at 7:13 PM
In meinem DH-Kurs @freieuniversitaet.bsky.social gab es zum Abschluss ein jopardy! / Kneipenquiz. Die Teilnehmenden haben sich fleißig durch das Board gespielt - über Methoden wie die Netzwerkanalyse hin zu Textsammlungen und Infrastrukturen wie die Perseus Digital Library, TextGrid, DraCor etc. 😄
February 6, 2024 at 11:15 AM
📣 Soeben veröffentlicht: Das #NFDI4Memory Working Paper "White Paper: Digital-historisch Promovieren"!

👉 zenodo.org/records/1...

#DH #DHd2025 #DigitalHistory
@vhdonline.bsky.social
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White Paper "Digital-historisch Promovieren"
Promovierende historisch arbeitender Geisteswissenschaften, die mit digitalen Methoden unddatengetrieben arbeiten wollen, sind nicht nur mit besonderen methodischen, sondern auchfachkulturellen und organisatorischen Herausforderungen konfrontiert, auf die die bisherige(n)Promotionskultur(en) der Teildisziplinen meist nicht vorbereitet sind. Im vorliegenden,dreiteiligen White Paper, welches das Ergebnis eines 3-tägigen Retreats des NFDI4MemoryPromovierendennetzwerks Digital History ist, wird das Konzept einer digital-historischenDissertation klarer umrissen (Teil 1), wird eine Orientierungshilfe für prospektiv oder bereitsaktiv digital-historisch Promovierende gegeben (Teil 2) und werden Lösungsansätze für einigeder offenen Fragen und Herausforderungen gegeben, die durch analoge Forschungskontexteund -traditionen geprägte Promotionsordnungen und Betreuungssituationen aufwerfen. Dasvorliegende White Paper ist ein erster Aufschlag und zielt darauf ab, eine weitere Diskussionum digital-affine Promotionskultur(en) in historisch arbeitenden Geisteswissenschaftenanzuregen.
zenodo.org
March 5, 2025 at 7:50 AM
This week we went to the University of Hamburg to present the forTEXT portal and its core components as part of the public lecture series ‘Digital Humanities: Foundations, Methods and Reflection from an Interdisciplinary Perspective’. #DH #DHTools #DHTeaching #CLS @uni-hamburg.de
Digital Humanities: Grundlagen, Methoden und Reflexion in interdisziplinärer Perspektive
www.zfw.uni-hamburg.de
January 24, 2025 at 12:12 PM
Frederik Arnold und Robert Jäschke präsentieren am 4. Mai 2026 die von ihnen entwickelten Methoden zur Text-Reuse-Detection. Weitere Infos und die Möglichkeit zur Online-Anmeldung finden sich hier: www.it.fu-berlin.de/unsere-servi....

#cls #computationalliterarystudies #dh #digitalhumanities
Text-Reuse-Detection als Werkzeug für die textorientierten Wissenschaften
www.it.fu-berlin.de
March 16, 2026 at 7:52 AM
Diesen Mittwoch (12.6.2024 um 18.00 Uhr) geht es in unserem offenen MA-Kolloquium um die Potentiale digitaler Methoden für die Geschichtswissenschaften. Ihr seid natürlich wie immer herzlich eingeladen!

www.ilw.uni-stuttgar...

#DigitalHumanities #DH #Forschung
June 10, 2024 at 12:54 PM
🔔 #IIIF in/and Digital Editions - @iiif.bsky.social workshop on 7/8 May 2025 at @oeaw.bsky.social with many interesting presentations!
👉 Registration possible until 31 March.
clariah.at/de/events/wo... #dh #DigitalHumanities

The presentations will be held in English.
IIIF in/und Digitale(n) Editionen
Ein offenes Netzwerk, das die Anwendung digitaler Methoden in den Geisteswissenschaften und die Entwicklung der entsprechenden Forschungsinfrastrukturen fördert und unterstützt.
clariah.at
March 20, 2025 at 9:41 AM
#SaveTheDate: Dazu bzw. zu den dabei verwendeten #DH-Methoden und Auswertungen in der Vortragsreihe unseres #DHELab am Freitag, 26.4.2024, 12-13 Uhr der Onlinevortrag von Prof. #KatharinaVogel »Pädagogisches Lehrbuchwissen 1750–1850«
bbf.dipf.de/de/aktuell/t...
#histed #digitalhumanties
March 19, 2024 at 2:18 PM
Balzacs "Sarrasine" ist ein Klassiker der ungewöhnlichen Gender-Darstellungen. Wie die Gender-Profile in dieser Erzählung genau aussehen, haben wir und mithilfe digitaler Methoden angeschaut. Mehr darüber erfahrt ihr hier:

#DigitalHumanities #DH #Gender

msternchenw.de/balza...
Literarischer Klassiker der ungewöhnlichen Gender-Darstellungen: Balzacs Sarrasine - m*w
Wenn wir gendersensible Perspektiven in die (digitalen) Literaturwissenschaften und auch in den Literaturunterricht einbringen wollen, brauchen wir dafür vor allem eines: Texte, in denen ungewöhnliche Darstellungen von Gender eine Rolle spielen. Für unser Diversitätskorpus DisKo sammeln wir solche Texte. Einen Überblick über alle Titel, die wir bisher zusammengetragen haben, findest du hier. In Ergänzung zu diesem Gesamtüberblick möchten wir auch ausgewählte Texte detaillierter vorstellen. Darum beschreiben wir hier in kurzen Beiträgen Geschichten, Hauptfiguren und natürlich vor allem Gender-Profile von Figuren aus diesen einzelnen Texten. Heute starten wir mit einem Klassiker, der häufig Erwähnung findet, wenn es um literarische Brüche mit herkömmlichen Gender-Kategorien geht (vgl. u.a. Barthes 1974, Rißler-Pipka 2005, Bolschweiler 2021). Die Geschichte Die Geschichte “Sarrasine” dreht sich um einen älteren Mann von leicht gruseligem Aussehen, der auf seltsame Weise von seinem Umfeld sehr verehrt wird. Die Erzählung führt uns jedoch zurück in die früheren Lebensjahre dieser Persönlichkeit. Einst traf der Protagonist Sarrasine als junger Mann die bezaubernde Sängerin Zambinella. Er verliebt sich unsterblich in die junge Frau, folgt ihr zu Auftritten und Gesellschaften. Nach und nach wird allerdings deutlich, dass etwas an dieser Verliebtheit in Sarrasines Umfeld für große Erheiterung sorgt. Schließlich findet ein Gender-Reveal statt: Zambinella kam als Mann zur Welt, singt und spielt als Kastrat auf der Bühne allerdings Frauenrollen. Zambinella erreicht mit der Gesangskunst einen derart großen Erfolg, dass selbst der alte Mann, zu dem sie später wurde, sich noch an diesem Ruhm laben kann.  Die Figuren Um Profile zu erstellen, die Aufschluss über das Gender der Figuren geben, haben wir im Projekt m*w alle Ausdrücke markiert, die eine Figur bezeichnen und Gender-Informationen enthalten. Im Anschluss haben wir diese Ausdrücke mit den Figuren verbunden, die damit bezeichnet werden. Auf diese Weise entsteht ein Figuren-Gender-Netzwerk des Erzähltextes. Mithilfe einer Netzwerkanalyse-Software wie Gephi (Bastian et al. 2009) kann dann für jede Figur ein Ego-Netzwerk erstellt werden, das anzeigt, mit welchen gegenderten Ausdrücken sie bezeichnet wird. Der Protagonist Sarassine Bei der Betrachtung der Genderprofile beider Protagonisten in Abb. 1 wird im Verlaufe der Geschichte schnell deutlich, dass es sich bei Sarrasine eindeutig um eine männliche Figur handelt. Das Profil der Zambinella ist hingegen von Rollen unterschiedlicher Kategorien gekennzeichnet. Obwohl es einige neutrale Ausdrücke wie ‚Person‘ oder ‚Mensch‘ gibt, sind die meisten Ausdrücke, die Sarrasine bezeichnen, eindeutig männlich. Es ist jedoch anzumerken, dass die Figur an einer Stelle im Text auch mit weiblichen Attributen dargestellt wird. Es heißt dort, ‚er schmückte sich wie ein junges Mädchen, das vor ihrem ersten Liebhaber parodieren soll.‘ (Balzac 1830). Eine Analyse der Verteilung dieser Geschlechterbezeichnungen und der Ego-Netzwerke zeigt insgesamt, dass Sarrasine in 67,66% der Fälle mit männlichen Ausdrücken bezeichnet wird, in 20% der Fälle mit neutralen Ausdrücken und nur in 3,33% der Fälle mit weiblichen Ausdrücken. Diese Daten zeigen, dass eine deutliche Mehrheit – etwa zwei Drittel – auf eine männliche Geschlechtsidentität hinweist. Die Zambinella Bei Zambinella zeigt sich ein anderes Bild. Zunächst einmal wird diese Figur im ersten Teil der Erzählung meist als ‘der Alte’ oder ‘der Unbekannte’ bezeichnet. In der Binnenerzählung ist dann fast ausschließlich von ‘Zambinella’ die Rede. Da Zambinella die einzige namentliche Bezeichnung für die Figur ist, haben wir diese ins Netzwerk übernommen und wird als Unique Identifier, also als eindeutige Bezeichnung für diese Figur verwendet (obwohl es sich bei der Bezeichnung nicht unbedingt um den tatsächlichen Namen handeln muss). Das Gender-Profil von Zambinella zeigt 47,37% männliche Referenzen, 26,32% neutrale und 26,32% weibliche. Auch hier gibt es zwar eine Mehrheit männlicher Bezeichnungen, diese überschreitet allerdings nicht die 50%-Marke und ist darum keine absolute, sondern nur eine einfache Mehrheit. Die Figur wird in Bezug auf Gender eindeutig abweichend von einer klaren Binärzuordnung dargestellt. Im Hinblick auf die Verteilung der Genderrollen tritt hier an die Stelle von „entweder oder” ein klares “sowohl als auch”. Es verwundert also nicht im geringsten, dass die Balzac’sche Erzählung häufig als Beispiel für ungewöhnliche Genderdarstellungen genannt wird. Abb. 1: Ego-Netzwerke der beiden zentralen Figuren Sarrasine und Zambinella; rot steht für männliche, blau für neutrale und grün für weibliche Referenz-Ausdrücke. Das Netzwerk der Gender-Rollen Auch ein Blick auf das gesamte Netzwerk ist in Sachen Genderdarstellung aufschlussreich. In Abb. 2 ist der Kern eines Netzwerkes zu sehen, der aus Figuren des Erzähltextes und den ihnen zugeschriebenen gegenderten Ausdrücken besteht. Figuren erscheinen immer dann besonders nah beieinander, wenn sie mit denselben Ausdrücken bezeichnet werden. Werden z.B. zwei Figuren ‘Mutter’ genannt, so gibt es zwischen ihnen eine Verbindung der Ähnlichkeit über diese Rolle. Dadurch zeigt sich eine Gendersphäre der Geschichte, in der sich immer dann eindeutige Pole bilden, wenn Figuren viele Rollen teilen. Für die Erzählung “Sarrasine” ergeben sich recht eindeutige männliche und weibliche Areale im Netzwerk. Die Figur der Zambinella, die sich auf Abb. 2  am rechten Rande befindet, ist auf der weiblichen Seite positioniert. Sie zeigt mehr Ähnlichkeiten in der Darstellung zu anderen weiblichen Figuren des Textes als zu anderen männlichen Figuren. Insgesamt handelt es sich aber um eine uneindeutige Figur, die ein Darstellungsmuster zeigt, das sie klar von binär charakterisierten Figuren unterscheidet. Abb. 2: Netzwerk von Figuren und ihren Gender-Zuweisungen in Balzacs Erzählung Sarrasine (farbliche Codierung wie in Abb. 1) Literaturwissenschaftliche Einordnung Im Jahr 1830 ist die Erzählung “Sarrasine” zum ersten Mal veröffentlicht worden. Rund 120 Jahre später stellte Simone de Beauvoir fest, dass Frauen nicht als solche geboren, sondern dazu gemacht werden (de Beauvoir 1949; 1992). Nochmal rund 40 Jahre später geht es in Judith Butlers Unbehagen der Geschlechter um die sozio-kulturelle Konstruktion von Geschlecht und die Trennung von Geschlecht, Gender-Performanz und Gender-Identität. Balzac greife mit seiner Erzählung “Sarrasine” dieser sex/gender-Debatte vor, so Rißler-Pipka (2005, 138). Zambinella befinde sich nicht nur zwischen den Geschlechtern, sondern sei “die scheinbar perfekte Vereinigung beider Geschlechter” (ebd.).  Zambinella als soziale, der Alte als isolierte Figur Die Netzwerke belegen, was auch Barthes (1974) in seiner Analyse S/Z nahelegt. Es geht hier nicht nur darum, zwischen zwei Genderkategorien zu wandeln. Zambinella wird ebenso häufig mit neutralen Bezeichnungen belegt wie mit weiblichen. Die Möglichkeit der Neutralität in Bezug auf Gender spielt also auch eine nicht unwesentliche Rolle. Das Neutrale sei das eigentliche Gender des Kastraten, so sieht es zumindest Barthes (1974, 54). Er entwirft eine Genderstruktur, die zwei oppositionelle Pole, die Mischform und das Neutrale (Barthes 1974, 35) umfasst. Gleichzeitig erläutert Barthes, dass Zambinella zur Verkörperung der perfekten Frau, der Super-Frau wird, die dennoch unterschwellig der defizitäre, kastrierte Mann bleibe (Barthes 1974, 72). Die Daten spiegeln dieses Bild: Die männlichen Rollen, mit denen Zambinella bezeichnet wird, verbinden die Figur nur selten mit anderen Männern. Sie wird als “Geisteskranker”, “Vampir”, “Paralytiker”, „Hundertjähriger“ und “Männchen” bezeichnet. Als „Frau”, “Mädchen”, “Primadonna” oder “Geliebte” (weiblich) oder als “Mensch”, “Wesen”, “Geschöpf” oder auch “Gestalt” (neutral) bezeichnet zu werden, verbindet sie mit anderen Figuren. Als Mann wirkt “der Alte” sozial isoliert und andersartig, als neutrale Persönlichkeit oder Frau geht Zambinella in der Gemeinschaft auf.  Gender-Diversität als multiple narrative Identität Die narrative Identität einer solchen Figur ist mindestens zwei, vielleicht sogar mehrdeutig (vgl. Bolschweiler 2021). Es gäbe keine „Wahrheit“ am Kern dieser Novelle, sondern eben nur diese unauflösbare Mehrdeutigkeit und genau darin liege auch das queere Potential der Figur: Gender-Identität ist hier pluralisitisch (Bolschweiler 2021, 9). Zambinellas geschlechtliche Identität erhalte bis zum Schluss keinen Namen, sodass sich auf sprachlicher Ebene keine Fixierung ergibt – diese These Bolschweilers (2021, 10) stützen auch unsere Netzwerk-Daten. Es gibt hier keinen Ausdruck, der direkt auf Gender-Diversität schließen lässt, nicht einmal das Wort „Kastrat“ ist Teil des Rollenprofils der Figur. Die Tatsache, dass es sich bei Zambinella um einen solchen handelt, zeigt sich im Text implizit in einer Frage: „Wissen Sie denn nicht, von was für Geschöpfen die Frauenrollen im Kirchenstaate gespielt werden?“ (Balzac 1830). Der neutrale Ausdruck ‘Geschöpf’ zusammen mit dem kollektiven Wissen um die kulturelle Praxis zeigt, wie die eindeutige Benennung vermieden und verschleiert wird. Statt der Eindeutigkeit ist die (interpretationsbedürftige) Vielfalt der herkömmlichen Rollen (der drei Kategorien männlich, weiblich und neutral) entscheidend.  Literatur Barthes, R. (1974) S/Z. Oxford: Blackwell Publishing Professional. Available at: https://www.academia.edu/8331536/Roland_Barthes_S_Z (Accessed: 29 November 2024). Bastian, M., Heymann, S. and Jacomy, M. (2009) ‘Gephi : An Open Source Software for Exploring and Manipulating Networks’, p. 2. Beauvoir, S. de (1949; 1992) Das andere Geschlecht Sitte und Sexus der Frau. Neuübers. Rowohlt-Taschenbuch-Verl. (Rororo: rororo-Sachbuch). Bollschweiler, P. (2021) ‘Queer(ness) erzählen. Wie Virginia Woolf und Honoré de Balzac queere Figuren ‚avant la lettre‘ erschufen’, IZGOnZeit. Onlinezeitschrift des Interdisziplinären Zentrums für Geschlechterforschung (IZG), pp. 5–20. Available at: https://doi.org/10.11576/izgonzeit-4690. Butler, J. (2003) Das Unbehagen der Geschlechter. 1. Aufl., [Nachdr.]. Frankfurt am Main: Suhrkamp (Edition Suhrkamp: Gender studies: Vom Unterschied der Geschlechter).Rißler-Pipka, N. (2005) Das Frauenopfer in der Kunst und seine Dekonstruktion Beispiele intermedialer Vernetzung von Literatur, Malerei und Film. Fink.
msternchenw.de
February 3, 2025 at 10:01 AM