GMKtec EVO-X3 im Test: Brutal schneller Mini-PC – und brutal teuer
#### Auf einen Blick
### Unsere Wertung
### Pro
* Sehr hohe CPU- und Grafikleistung
* 128 GB schneller gemeinsamer Speicher
* Zwei M.2-Steckplätze und OCuLink
* Stabile Kühlung ohne starkes Drosseln
* Robustes Metallgehäuse
### Kontra
* Nur ein USB-C-Port, keiner an der Front
* Arbeitsspeicher fest verlötet
* Extrem hoher Preis
### Fazit
Der GMKtec EVO-X3 ist ein außergewöhnlich schneller Kompakt-PC für anspruchsvolle Kreativarbeit. Sein großer gemeinsamer Speicher bietet viel Platz für lokale KI‑Modelle. Die Radeon 8060S bewältigt viele Spiele in Full HD, in WQHD mit angepassten Details. Die Kühlung hält die Leistung stabil, im Alltag bleibt der Rechner leise. Zwei SSD-Steckplätze und OCuLink bieten Reserven für später. Für den hohen Preis ärgern der einzige USB-C-Port und der verlötete Arbeitsspeicher aber umso mehr.
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Die Bezeichnung Mini-PC ist für den EVO-X3 fast eine Untertreibung. GMKtec setzt AMDs Ryzen AI Max+ 395 samt 128 GB LPDDR5X in ein schlankes Metallgehäuse im Konsolenformat. Der gemeinsame Speicher ist vor allem für lokale KI und große Medienprojekte bemessen. Die integrierte Radeon 8060S macht den Rechner außerdem spieletauglich. Mit einem Listenpreis von 3.499,99 Euro liegt er preislich jedoch auf dem Niveau leistungsstarker Desktop-PCs. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an Tempo, Kühlung und Ausstattung.
Christoph Hoffmann
## Design & Verarbeitung
Der EVO-X3 erinnert eher an eine kompakte Spielekonsole als an einen typischen Mini-PC. Sein dunkelgraues Metallgehäuse steht hochkant auf einem breiten Fuß und misst ohne ihn 353 × 186 × 41 Millimeter. Mit Fuß ist der Rechner 36 Zentimeter hoch. Dank der senkrechten Aufstellung braucht er wenig Stellfläche, überragt flache Mini-PCs aber deutlich.
Christoph Hoffmann
Rund 2,3 Kilogramm Gewicht und der mit zwei Schrauben befestigte Fuß sorgen für sicheren Stand. Die Verarbeitung wird dem hohen Preis gerecht. Die Metallflächen geben auf Druck kaum nach und die Spaltmaße sind gleichmäßig. Auch der Fuß sitzt ohne Spiel, scharfe Kanten fanden wir nirgends.
Christoph Hoffmann
Der grüne Deckel mit Lochgitter und der passende Einschalter setzen einen auffälligen Farbakzent. In einem nüchternen Büro sticht das Design daher deutlich heraus.
Christoph Hoffmann
Große Lüftungsöffnungen an den Seiten und auf der Oberseite gewährleisten den erforderlichen Luftaustausch. Deshalb sollte rund um das Gehäuse Platz bleiben. Die Anschlüsse verteilen sich auf die vordere Schmalseite und die Rückseite. Das hält die Kabel aus dem Blickfeld, macht jedoch häufig genutzte Buchsen auf der Rückseite schlechter erreichbar.
Für Wartungsarbeiten lässt sich das Gehäuse öffnen. Beide M.2-Steckplätze sind erreichbar. Der LPDDR5X-Speicher sitzt dagegen fest auf der Platine, wie es bei dieser Plattform üblich ist. Eine spätere Aufrüstung oder ein einfacher Modultausch bei einem Defekt sind daher nicht möglich. Mit 128 GB ist die Kapazität allerdings großzügig bemessen.
Der einzige optische Makel ist das externe 230-Watt-Netzteil, das ziemlich klobig ausfällt und nicht recht zum schlanken Design passt.
Christoph Hoffmann
## Ausstattung
Im Zentrum steht AMDs Ryzen AI Max+ 395. Die Zen-5-CPU besitzt 16 Kerne und 32 Threads, erreicht bis zu 5,1 GHz und teilt sich den Speicher mit der Radeon 8060S. Deren 40 Compute Units basieren auf RDNA 3.5. Hinzu kommt eine XDNA-2-NPU mit 50 TOPS. GMKtec nennt für CPU, GPU und NPU zusammen bis zu 126 TOPS. Dieser addierte Herstellerwert ist nicht mit der NPU-Leistung gleichzusetzen und eignet sich nur eingeschränkt für Vergleiche.
Christoph Hoffmann
Unser Testgerät reservierte 64 GB des 128-GB-Pools als Grafikspeicher. CPU und GPU greifen auf dieselben Speicherchips zu, Daten müssen also nicht erst zwischen Arbeitsspeicher und separatem Videospeicher kopiert werden. In geeigneten Vulkan-Anwendungen kann die GPU bis zu 96 GB des gemeinsamen Speichers nutzen. Der LPDDR5X-Speicher mit 8.000 MT/s ist schnell, aber nicht austauschbar.
Christoph Hoffmann
Als Systemlaufwerk dient eine Crucial E100 mit 2 TB und PCIe 4.0 x4. Beide M.2-2280-Steckplätze des EVO-X3 arbeiten mit PCIe 4.0 x4, einer bleibt frei. Laut GMKtec lassen sich insgesamt bis zu 16 TB einbauen.
Christoph Hoffmann
Für Größe und Preis gibt es überraschend wenige Anschlüsse. Vorn sitzen ein USB-A-Port mit 5 GBit/s, eine USB-2.0-Buchse und der kombinierte Audioanschluss. Hinten folgen USB-A mit 10 GBit/s, HDMI 2.1 und USB4 mit 40 GBit/s. USB4 überträgt Daten und ein Bildsignal und nimmt USB-C-Zubehör auf. Ein zweiter USB-C-Port, ein separater DisplayPort und ein Kartenleser fehlen. Besonders unpraktisch ist, dass vorn kein USB-C-Anschluss sitzt.
Christoph Hoffmann
Über OCuLink lässt sich eine externe Grafikkarte mit vier PCIe-4.0-Lanes anbinden. Das verursacht weniger Protokoll-Overhead als USB4 und ist für eine stationäre eGPU sinnvoll. Hot-Plug unterstützt der Anschluss nicht: Vor dem Einstecken oder Abziehen müssen PC und eGPU ausgeschaltet sein.
Ins Netzwerk gelangt der EVO-X3 per 2,5-Gigabit-LAN oder Wi-Fi 7. Bluetooth 5.4 ist ebenfalls an Bord. Die Funktechnik ist aktuell, ein zweiter LAN-Port oder 10-Gigabit-Ethernet hätte besser zur Preisklasse gepasst.
Auf dem Testgerät läuft Windows 11 Pro 25H2 (Build 26200). Windows Update bot im Test das optionale September-Vorschauupdate KB5124010 an, das auf Build 26200.9550 aktualisiert. Wir haben die AMD-Software Adrenalin Edition 26.8.1 inklusive GPU- und Chipdatz-Treibern installiert. Windows Update liefert oft nur Basistreiber ohne die Adrenalin-Oberfläche.
Christoph Hoffmann
## Rechenleistung
Der Ryzen AI Max+ 395 sorgt im Alltag für ein sehr hohes Tempo. PCMark 10 endete mit 9.104 Punkten. Die Teilwerte von 11.507 Punkten für Grundfunktionen und 10.373 Punkten für Produktivität zeigen große Reserven für Browser, Office und Videokonferenzen. Im Bereich Digital Content Creation waren es 17.157 Punkte. Dieser Test umfasst unter anderem Foto- und Videobearbeitung sowie Rendering. Hier zahlen sich die 16 CPU-Kerne und der große Speicher aus.
Christoph Hoffmann
Im 3DMark CPU Profile erreichte das Testgerät 8.154 Punkte mit acht Threads, aber nur 6.395 Punkte mit allen Threads. Ein zweiter Lauf bestätigte das ungewöhnliche Verhältnis mit 8.122 zu 6.200 Punkten. Normalerweise sollte der Wert mit allen Threads höher ausfallen. Das wiederholbare Ergebnis spricht für eine Eigenheit bei Leistungsprofil, Firmware oder Thread-Zuteilung. Daraus folgt nicht, dass echte Anwendungen mit 32 Threads langsamer laufen. Der Teiltest eignet sich in dieser Konstellation deshalb nur eingeschränkt zur Beurteilung der maximalen Mehrkernleistung.
Christoph Hoffmann
Bei der Grafikleistung setzt sich der EVO-X3 klar von üblichen Mini-PCs mit kleiner integrierter GPU ab. 3DMark Time Spy meldete 10.859 Punkte, Fire Strike 25.136 Punkte. Im anspruchsvolleren Steel Nomad waren es 2.129 Punkte, im Raytracing-Test Solar Bay 48.471 Punkte. Viele Spiele laufen damit in Full HD flüssig. WQHD ist ebenfalls möglich, verlangt bei anspruchsvollen Titeln aber angepasste Details oder Upscaling.
* * * *
Cyberpunk 2077 zeigt die Grenze der integrierten Grafik. Bei 3.440 × 1.440 Pixeln, dem Preset Raytracing Ultra und FSR 2.1 im Automatikmodus erzielte das System durchschnittlich 29 Bilder pro Sekunde. Frame Generation war abgeschaltet. Dieses besonders anspruchsvolle Profil ist damit nicht flüssig spielbar. Für höhere Bildraten muss man Raytracing reduzieren, die Auflösung senken oder aggressiveres Upscaling wählen. Wer in aktuellen Spielen stets maximale Details erwartet, braucht eine externe Grafikkarte über OCuLink.
Christoph Hoffmann
Geekbench AI 1.7 ermittelte 6.398 Punkte bei einfacher Genauigkeit, 2.401 Punkte bei halber Genauigkeit und 11.301 Punkte für quantisierte Berechnungen. Das verwendete AVX2-Backend berechnet den Test auf der CPU und misst daher nicht die XDNA-2-NPU.
Christoph Hoffmann
CrystalDiskMark maß sequenziell 4.961 MB/s beim Lesen und 4.677 MB/s beim Schreiben auf die SSD. Crucial spezifiziert die E100 mit 2 TB mit bis zu 5.000 beziehungsweise 4.500 MB/s. Die Messwerte passen damit zur SSD und weisen nicht auf eine Begrenzung des PCIe-4.0-x4-Steckplatzes hin. Die Laufwerksanzeige meldete bei 30 Grad Celsius einen einwandfreien Zustand. Wer viele lokale KI-Modelle oder große Medienarchive speichert, kann eine zweite SSD ergänzen.
Christoph Hoffmann
Seine größte Stärke zeigt der EVO-X3 bei lokalen Sprachmodellen. Hier zählt vor allem der Grafikspeicher, denn ein Modell muss vollständig hineinpassen, sonst bricht das Tempo stark ein. Übliche Consumer-Grafikkarten bieten häufig 8 bis 12 GB und höchstens 32 GB Grafikspeicher. In geeigneten Vulkan-Anwendungen kann die Radeon 8060S bis zu 96 GB des gemeinsamen Speichers nutzen. Damit bietet der EVO-X3 Platz für Modelle, die auf üblichen Gaming-PCs nicht in den Grafikspeicher passen. Ein 70-Milliarden-Parameter-Modell belegt in 4-Bit-Quantisierung rund 40 GB und hat damit rechnerisch Platz. Wie schnell solche Modelle in der Praxis laufen, haben wir nicht gemessen.
Die NPU spielt dabei bislang kaum eine Rolle. Sie erfüllt zwar die Vorgaben für Copilot+-Funktionen unter Windows 11, gängige Programme für Sprachmodelle rechnen aber auf der GPU. Bildgeneratoren wie Stable Diffusion oder Flux können die Radeon 8060S grundsätzlich nutzen. Weil die Software für AMD-Grafik weniger ausgereift ist als für Nvidia, erfordert die Einrichtung jedoch mehr Aufwand.
## Stromverbrauch
GMKtec bietet drei Leistungsprofile. Der Leise-Modus begrenzt die APU auf 54 Watt, der ausgewogene Modus auf 85 Watt. Im Leistungsmodus nennt der Hersteller 115 Watt und kurzzeitig bis zu 140 Watt. Das mitgelieferte Netzteil liefert rund 230 Watt und besitzt damit genügend Reserve für das übrige System und Umwandlungsverluste.
Christoph Hoffmann
An der Steckdose ermittelten wir im Leerlauf 14 Watt. Beim Gaming-Test mit Cyberpunk 2077 zeigte das Messgerät als Spitzenwert 139,9 Watt. Für einen kompakten PC ist das viel, für die gebotene CPU- und Grafikleistung aber plausibel. Der Leistungsmodus erhöht den Energiebedarf und die Lüfterdrehzahl deutlich. Wie viel Tempo er zusätzlich bringt, hängt von der Anwendung ab.
Gegenüber einem Desktop mit separater Hochleistungs-Grafikkarte kann das gemeinsame Chip- und Speicherkonzept Energie sparen. Mit sparsamen Office-Mini-PCs kann der EVO-X3 dagegen nicht konkurrieren. Der hohe Verbrauch lohnt sich nur, wenn Anwendungen die 16 Kerne, die starke integrierte GPU oder den großen Speicher tatsächlich nutzen. Als Browser- und Schreibrechner wäre das System deutlich überdimensioniert.
## Kühlung & Lautstärke
Das hohe Gehäuse bietet Raum für große Kühlkörper und mehrere Lüfter. Frischluft strömt durch die seitlichen Öffnungen ein, die erwärmte Luft entweicht nach oben. Im normalen Windows-Betrieb arbeitet der EVO-X3 angenehm leise. In einem ruhigen Raum nimmt man lediglich ein gleichmäßiges Rauschen wahr. In kurzen Testläufen zeigte das Schallpegelmessgerät je nach Last 33 bis 39 dB(A). Unter langer Volllast kann der Pegel höher ausfallen.
Christoph Hoffmann
Die ausgelesene SoC-Temperatur lag selbst bei längerer Rechenlast bei ungefähr 68 Grad Celsius. Dieser Sensorwert ist ein guter Anhaltspunkt, entspricht aber nicht zwingend der exakten Temperatur der CPU‑Kerne. Hinweise auf starkes thermisches Drosseln gab es nicht. Das Gehäuse erwärmt sich vor allem an der oberen Abluft, die Seiten bleiben unkritisch. Für dauerhaft hohe Last sollten rund um die Lüftungsgitter einige Zentimeter frei bleiben.
Die Wiederholung des CPU-Profils wich in den einzelnen Teiltests nur um wenige Prozent ab. Das spricht gegen starke thermische Schwankungen. Die niedrige Punktzahl im Max-Threads-Durchlauf dürfte daher eher mit dem Benchmark oder der Systemsteuerung zusammenhängen.
Lautlos ist der EVO-X3 nicht. Bei dieser Leistungsklasse wäre eine passive Kühlung unrealistisch. Das größere Gehäuse verteilt die Abwärme besser als viele flache Mini-PCs. Für Tonaufnahmen sollte der Rechner dennoch nicht direkt neben dem Mikrofon stehen.
## Fazit
Der EVO-X3 gehört zu den schnellsten kompakten Komplettsystemen mit Ryzen AI Max+ 395. Sein großer gemeinsamer Speicher eignet sich für lokale KI und umfangreiche Medienprojekte. Auch Spiele laufen für eine integrierte GPU erstaunlich gut. Die Kühlung hielt die Leistung im Test stabil. Zwei M.2-Steckplätze und OCuLink ermöglichen spätere Erweiterungen.
Der Preis verhindert eine breite Empfehlung. Der EVO-X2 kostet im deutschen GMKtec-Shop 1.949,99 Euro, der EVO-X3 3.499,99 Euro. In der von uns verglichenen Variante nutzt der günstigere EVO-X2 denselben Prozessor und ebenfalls 128 GB gemeinsamen Speicher. Der Aufpreis des EVO-X3 entfällt vor allem auf das größere Metallgehäuse, mehr Kühlreserve und einen fest eingebauten OCuLink-Anschluss. Wer OCuLink und das größere Gehäuse nicht braucht, erhält mit dem Vorgänger ein ähnliches Grundtempo für weniger Geld.
Der EVO-X3 lohnt sich für Anwender, die 128 GB gemeinsamen Speicher wirklich auslasten und ein kompaktes System ohne separate Grafikkarte bevorzugen. Für Office und klassisches Gaming ist er zu teuer. Der einzige USB-C-Port und die fest verlötete Speicherausstattung passen ebenfalls nicht recht zur Preisklasse. Technisch überzeugt der Rechner, wirtschaftlich bleibt er ein Spezialgerät.
## Technische Daten
* Prozessor: AMD Ryzen AI Max+ 395, 16 Kerne, 32 Threads, bis 5,1 GHz
* Grafik: AMD Radeon 8060S, 40 Compute Units, RDNA 3.5, bis 2,9 GHz
* NPU: AMD XDNA 2, 50 TOPS; kombinierte KI-Leistung laut Hersteller bis zu 126 TOPS
* Arbeitsspeicher: 128 GB LPDDR5X-8000, verlötet, gemeinsamer Speicher für CPU und GPU
* Massenspeicher: 2 TB Crucial E100, M.2 2280, PCIe 4.0 x4; zweiter M.2-Steckplatz frei
* Videoausgänge: HDMI 2.1 und USB4 mit DisplayPort-Funktion
* USB: 1 × USB4 mit 40 GBit/s, 1 × USB-A mit 10 GBit/s, 1 × USB-A mit 5 GBit/s, 1 × USB-A 2.0
* Erweiterung: OCuLink über PCIe 4.0 x4, nicht hotplug-fähig
* Netzwerk: 2,5-Gigabit-LAN, Wi-Fi 7 und Bluetooth 5.4
* Audio: 3,5-mm-Kombibuchse
* Betriebssystem: Windows 11 Pro
* Abmessungen: 353 × 186 × 41 mm ohne Standfuß
* Gewicht: rund 2,3 kg
* Netzteil: 230 Watt, 19,5 Volt und 11,8 Ampere
* Herstellergarantie: 24 Monate beim Kauf über den deutschen GMKtec-Shop