Neue Suche in iOS 27 & macOS 27: KI-Power mit Ladehemmung
Meine ersten Erfahrungen mit der Beta-Version von iOS 27 waren etwas befremdlich: Kurz nach Erscheinen hatte ich die Betaversion auf einem iPhone SE 2020 installiert, um möglichst viele Funktionen des neuen iOS 27 auszuprobieren.
Ein Highlight von macOS 27 und iOS 27 ist etwa die neue Suchfunktion! Spotlight bildet die Grundlage für Siri AI, von der mein Macworld-Kollege Jason Cross so begeistert ist. Siri AI ist bei macOS 27 Golden Gate nämlich direkt in die Spotlight-Suche integriert. Nutzer können Fragen stellen, Antworten erhalten und Suchvorgänge starten, ohne eine App zu öffnen oder den Browser zu benutzen.
Dazu muss Spotlight aber auch deutlich mehr über Ihre Daten wissen als jemals zuvor. Siri AI läuft zwar nicht auf dem altersschwachen SE, dieses sollte aber doch von der neuen verbesserten Suchfunktion profitieren.
## Wann kommt Siri AI nach Deutschland?
Siri AI befindet sich in der Beta-Phase und unterstützt zunächst nur Englisch. Weitere Sprachen werden „später“ folgen. Die neue Siri läuft allerdings nur auf aktueller Hardware – das sind etwa alle M-Macs und neuere iPhones und iPads. Einige Funktionen laufen außerdem nur auf den neuesten Geräten. In der EU ist das neue Siri AI zunächst auf iPhones und iPads aus rechtlichen Gründen bisher nicht verfügbar, auf dem Mac aber zumindest bereits nach Umstellung der Beta-Version von macOS 27 auf Englisch.
Allerdings gibt es gleich nach der Installation ein Problem: Wie nach jedem wichtigen Systemupdate beginnt Spotlight, die Daten auf dem iPhone neu zu erfassen – indizieren genannt. Bis zum Abschluss dieser Aktion funktioniert die Suchfunktion auf dem iPhone nur beschränkt. Bei meinem iPad Air und Mac Mini M4 ist die Erstellung kein Problem und ist schnell abgeschlossen – beim iPhone SE will und will die Indizierung aber einfach nicht enden! Mir war schon vorher klar, dass dies auf einem sechs Jahre alten iPhone SE lange dauern würde, über die Dauer bin ich aber doch überrascht. Schlussendlich muss ich bei dem iPhone SE mehrere Wochen auf die Vollendung der Indizierung warten!
Ich bin dabei kein Einzelfall, viele Tester beschwerten sich schon über die lange Dauer der Erfassung. Für die lange Dauer der Indizierung gibt es nämlich mehrere Gründe, die viel über die neue Suchfunktion von Golden Gate verraten.
Bei einem alten iPhone kann die Indizierung endlos dauern.
Stephan Wiesend
## Warum ist die Indizierung so zeitaufwendig?
Ursache für den hohen Aufwand sind die neue „semantische Suche“ von Spotlight (und der viel zu lahme Chip des iPhones). Dass Sie Wochen auf die Indizierung warten müssen, ist natürlich ein Sonderfall. Bei meinem alten iPhone dauerte die Indizierung auch deshalb so lange, da iOS 27 diese Indizierung nur bei Anschluss des iPhones an ein Stromnetz durchführt – und mit niedriger Priorität. Im Alltag oder wenn andere Aufgaben anliegen, wird die Indizierung gestoppt, um das iPhone störungsfrei nutzen zu können.
## Warum aber so viel Aufwand für eine Suchfunktion?
Apple hat gute Gründe für eine verbesserte Suche, mit iOS 27 verspricht Apple nämlich Unterstützung für eine „semantische Suche“. Bisher wurde bei einer sogenannten lexikalischen Indizierung der Inhalte einfach nur der Textinhalt erfasst, bei Dateien wie Fotos außerdem die Metadaten – etwa der Ort der Aufnahme und das Kameramodell.
Bei der neuen Version von Spotlight werden die Ergebnisse nicht nur in einem lexikalischen Index abgespeichert – eine Art Archiv –, sondern ebenso als sogenannte Vektoren. Ein ML-Modell wandelt dabei Inhalt in mathematische Vektoren um. Das ermöglicht eine deutlich bessere Suche, etwa Suchanfragen in natürlicher Sprache.
Ein Vektor ist dabei eine numerische Darstellung eines Wortes, Bildpunktes oder anderen Datenpunktes. Diese Vektoren werden aber nicht einzeln, sondern in Gruppen gespeichert, sodass auch nahe gelegene Vektoren erfasst werden können. Sucht jemand etwa nach einem „Hund“, sollte eine semantische Suche als Treffer dann nicht nur „Hund“ als Wort oder Motiv berücksichtigen, sondern auch „Haustier“, „Spaniel“ oder auch „Welpe“.
Auch Fotos, PDFs und E-Mails werden dabei berücksichtigt – und das benötigt viel Zeit und ist bedeutend aufwendiger. Siri AI ist neu, bei der Suchfunktion selbst gibt es optisch dagegen kaum Änderungen. Wie bisher können Sie Spotlight über Tastenbefehl und Menüleistensymbol starten, auch die Suche im Finder ist fast identisch mit der von Tahoe.
## Was ist der Vorteil einer semantischen Suche?
Gerade wenn ein Nutzer per KI komplexe Aufgaben durchführen will und Fragen hat, ist ein Verständnis des Kontextes essenziell – und bei sehr vielen Aufgaben wird sich der Nutzer auf Daten auf dem Mac beziehen. Eine Frage wie „Wann landet der Flug von meinem Bruder?“ kann sonst nicht fehlerfrei beantwortet werden.
Anders gesagt: Spotlight sollte bei Ihrer Frage auch den Kontext verstehen und dadurch bessere Ergebnisse liefern. Neu ist das Konzept der semantischen Suche allerdings nicht: Google hat dies schon ab 2015 eingeführt und seitdem laufend verbessert. Auch Microsoft hat für Windows 11 eine neue semantische Suche eingeführt.
## Kann die Fotosuche nicht bereits nach Begriffen suchen?
Es ist allerdings nicht so, als hätte Apple bisher nur auf eine lexikalische Suche gesetzt. Stufenweise – auch schon unter macOS 15 – hat Apple Spotlight längst um semantische Indexierung erweitert und ab 2024 auch für Entwickler über Core Spotlight verfügbar gemacht.
Suchen Sie mit einer semantischen Suchen nach „Hund“ bekommen Sie auch ähnliche Tiere wie eine Kuh angezeigt.
Stephan Wiesend
Bei Fotos wird schon lange auch der Bildinhalt erfasst. Dadurch können Personen zugeordnet werden und eine Suche nach Bildmotiven wie „Baum“ oder „Vogel“ ist möglich. Mit iOS 27 wird diese semantische Suche aber noch einmal ausgeweitet und auch auf andere Daten ausgeweitet. Nebenbei wird die Indizierung deutlich intensiviert und soll bei neuen Daten sofort angewendet werden.
Die Kurzfassung: Suchen Sie mit dem neuen Spotlight eine E-Mail oder ein Foto, sollten die Ergebnisse auch mit einfachen Suchbegriffen deutlich besser sein als unter iOS 26 – zumindest nach erfolgreicher Indizierung.
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## Kann ich die Indizierung beschleunigen?
Beeinflussen oder stoppen können Sie die Indizierung leider nicht. Damit die Indizierung nicht unterbrochen wird, können Sie das iPhone nur möglichst lange mit gesperrtem Bildschirm am Stromnetz angeschlossen lassen.
Offensichtlich profitiert die Indizierung von einer guten KI-Leistung des Chips und wird von der Neural Engine beschleunigt. So lief die Indizierung auf einem Mac Mini und einem iPad Air M3 schnell und problemlos durch. Dagegen hat ein iPhone SE 2020 nicht nur einen aus heutiger Sicht sehr lahmen A13-Chip mit bloß 3 GB RAM, sondern zufällig noch dazu eine riesige Bibliothek mit lokal gespeicherten Fotos.
Apple hat interessanterweise auf Beschwerden über die lange Indizierung reagiert: Mit macOS 26.6 Tahoe wird der Spotlight-Index bereits für macOS 27 vorbereitet. Ein Spotlight-Index von macOS 26.6 kann dann offenbar von macOS 27 übernommen werden. Das gilt auch für iOS 26.6 und iPadOS 26.6 und wird viel Zeit sparen.
## Welche neuen Funktionen wird Siri AI bieten?
* Spotlight-Integration: Siri AI ist direkt in die Spotlight-Suche unter macOS integriert. Nutzer können Fragen stellen, Antworten erhalten und Suchvorgänge starten, ohne eine App zu öffnen oder den Browser zu benutzen.
* Konversations-KI-Assistent: Siri AI ist jetzt viel leistungsfähiger. Nutzer können offene Fragen stellen, Ideen entwickeln, recherchieren und natürliche Gespräche führen, anstatt sich auf einfache Befehle zu beschränken. Auch ChatGPT kann ergänzt werden.
* Eigene Siri-App: macOS 27 bringt eine eigene Siri-App, die Unterhaltungen speichert und über iCloud auf allen Apple-Geräten synchronisiert. Nutzer können Gespräche auf dem Mac beginnen und auf dem iPhone oder iPad fortsetzen. In der EU kommt die App allerdings erst später, wenn überhaupt.
* Siri versteht jetzt Ihren persönlichen Kontext. Sie kann Informationen aus Nachrichten, E-Mails, Notizen, Fotos und Dateien finden und relevante Details anzeigen. Apple befürchtet, dass der DMA auch Drittanbietern KI diesen Zugriff gewähren müsste.
* Siri kann jetzt aktuelle Informationen aus dem Internet abrufen, um Fragen zu fast jedem Thema zu beantworten.
* Siri kann Aktionen in Apps wie Nachrichten, Musik und Erinnerungen ausführen. Sie können Nachrichten bearbeiten, Wiedergabelisten verwalten und Erinnerungen erstellen, indem Sie einfach sprechen.
* Die visuelle Intelligenz kommt auf den Mac. Sie können Inhalte auf dem Bildschirm auswählen und Siri Fragen stellen. Siri versteht und reagiert auf den Bildschirminhalt.
Foundry
## Und der Datenschutz?
Wie steht es aber um den Datenschutz? Apple betont, dass die neue Architektur den Datenschutz gewährleistet. Apple Intelligence wird weiterhin, wann immer möglich, die Verarbeitung auf dem Gerät durchführen und nur auf Private Cloud Compute zurückgreifen, wenn zusätzliche Rechenleistung erforderlich ist. Persönliche Daten, die über Private Cloud Compute verarbeitet werden, werden nicht gespeichert oder Apple zugänglich gemacht, und das System steht weiterhin einer unabhängigen Überprüfung durch Sicherheitsforscher offen.
## Welche Geräte sind kompatibel:
Apple hat bestätigt, dass macOS 27 Golden Gate kompatibel ist mit:
* Macbook Neo (A18 Pro, 2026)
* Macbook Air (Apple Silicon, ab 2020)
* Macbook Pro (Apple Silicon, ab 2020)
* iMac (Apple Silicon, ab 2021)
* Mac Mini (Apple Silicon, ab 2020)
* Mac Studio (ab 2022)
* Mac Pro (Apple Silicon, ab 2023)
Alle diese Macs werden Apple Intelligence unterstützen können, doch manche Siri-KI-Funktionen erfordern einen M3-Chip oder neuer sowie mindestens 12 GB gemeinsamen Speicher.
iOS 27 ist kompatibel mit:
* iPhone SE (2. Generation)
* iPhone 11 und neuer
* iPhone 11 Pro und Pro Max sowie neuere Modelle
* iPhone 12 Mini und neuer
* iPhone 14 Plus und neuer
* iPhone 16e und neuer
* iPhone Air
Apple Intelligence und Siri AI sind jedoch nicht mit allen iPhones der obigen Liste kompatibel. iOS 27 mit Apple Intelligence und Siri AI erfordert:
* iPhone 16 und neuer
* iPhone 15 Pro oder Pro Max und neuer
* iPhone 16 Plus
* iPhone 16e und neuer
* iPhone Air
## Fazit
Die wichtige Rolle der neuen Suchfunktion für Siri sollte nicht unterschätzt werden, solide Suchergebnisse sind schließlich Grundlage für einen guten KI-Assistenten. Alte Rechner und iPhones werden aber nicht ohne Grund so rigoros ausgeschlossen – eine schnelle CPU und viel Arbeitsspeicher sind bei KI selbst für die Indizierung erforderlich. Hier würde es sicher helfen, wenn Sie mehr Informationen über die Indizierung erhalten würden – etwa den aktuellen Status in Prozent. Leider hat sich Apple aber entschieden, den kompletten Vorgang im Hintergrund ablaufen zu lassen – was bei einigen Anwendern mit alten Geräten frustrierend lange dauern kann.