GMKtec Evo X1 Pro im Test: Dieser Mini-PC ist ein echtes Kraftpaket
#### Auf einen Blick
### Unsere Wertung
### Pro
* Hohe CPU- und Office-Leistung
* 64 GB schneller LPDDR5-Arbeitsspeicher
* USB4, OCuLink und zwei 2,5-GbE-Anschlüsse
* Zwei M.2-Steckplätze für insgesamt bis zu 16 TB, davon einer frei
* Kompaktes und stabiles Gehäuse
### Kontra
* Arbeitsspeicher ist fest verlötet
* Hoher Preis
### Fazit
Der GMKtec Evo X1 Pro bietet viel Rechenleistung auf engem Raum. Der Ryzen AI 9 HX 470 arbeitet schnell. Die 64 GB RAM reichen auch für große Projekte, und die SSD liest mit mehr als 7 GB/s. USB4 und OCuLink bieten gute Erweiterungsmöglichkeiten. Zwei 2,5-Gbit-Ethernet-Anschlüsse sorgen für schnelle Netzwerkverbindungen. Die Radeon 890M eignet sich für Full-HD-Spiele mit angepassten Details, ersetzt aber keine separate Grafikkarte. Der Arbeitsspeicher lässt sich nicht erweitern.
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Der GMKtec Evo X1 Pro richtet sich an Nutzer, die einen kleinen und schnellen Arbeitsrechner suchen. Er besitzt zwölf CPU-Kerne und 64 GB Arbeitsspeicher. Für NVMe-SSDs stehen zwei Steckplätze bereit. Eine Radeon 890M übernimmt Spiele und Grafikaufgaben. Wir prüfen Leistung und Ausstattung. Außerdem bewerten wir Lautstärke und Stromverbrauch. Den Preis ordnen wir im Vergleich mit anderen Mini-PCs ein.
Christoph Hoffmann
## Design & Verarbeitung
Der Evo X1 Pro misst 107 × 111 × 63 Millimeter und benötigt nur wenig Platz auf dem Schreibtisch. Mit rund 590 Gramm steht er stabil und verrutscht beim Anschließen von Kabeln kaum. Das Gehäuse besteht aus einem silbernen Metallrahmen und schwarzen Kunststoffteilen. Die Spaltmaße sind gleichmäßig.
Christoph Hoffmann
Deckel und Seitenteile geben unter Druck kaum nach. Die Verarbeitung überzeugt. Die Aufkleber auf der Oberseite stören jedoch das schlichte Design.
Christoph Hoffmann
Mit dem mitgelieferten Standfuß lässt sich der Mini-PC hochkant aufstellen. Dadurch benötigt er noch weniger Platz. Im liegenden Betrieb ruht das Gehäuse auf vier Gummifüßen. Große Lüftungsgitter an den Seiten und der Unterseite versorgen das Kühlsystem mit Luft. Die Oberseite bleibt geschlossen.
Christoph Hoffmann
An der Vorderseite sitzen zwei USB-A-Anschlüsse mit 10 Gbit/s, ein USB4-Port im Typ-C-Format und OCuLink für eine externe Grafikkarte. Daneben befinden sich eine 3,5-Millimeter-Audiobuchse, der Ein/Aus-Taster und eine Reset-Taste. Das OCuLink-Kabel verläuft bei einer externen Grafikkarte allerdings über den Schreibtisch. Die beiden Netzwerkanschlüsse und die Bildausgänge sitzen auf der Rückseite. Dort sind auch zwei weitere USB-A-Ports untergebracht.
Christoph Hoffmann
Für den Einbau einer zweiten SSD muss die Bodenplatte abgeschraubt werden. Die 64 GB Arbeitsspeicher sind fest verlötet und lassen sich weder austauschen noch erweitern. Für Office-Arbeit und Bildbearbeitung ist diese Kapazität derzeit mehr als ausreichend. Auch mehrere virtuelle Maschinen lassen sich damit parallel betreiben.
## Ausstattung
Im Evo X1 Pro arbeitet ein AMD Ryzen AI 9 HX 470. Der Prozessor kombiniert vier Zen-5-Kerne mit acht kompakteren Zen‑5c‑Kernen. Insgesamt verarbeitet er 24 Threads. Der maximale Takt beträgt 5,2 GHz. Zur Wahl stehen Leistungsprofile mit 35, 54 und 65 Watt. Wir haben den Mini-PC im 65-Watt-Modus getestet. Die integrierte Radeon 890M besitzt 16 Compute Units und erreicht bis zu 3,1 GHz. Eine XDNA-2-NPU beschleunigt unterstützte KI-Funktionen mit bis zu 55 TOPS. Dieser Wert liegt über der NPU-Mindestanforderung für Copilot+-PCs.
Christoph Hoffmann
Die 64 GB LPDDR5 arbeiten mit 6.400 MT/s. Diese Kapazität bietet viel Platz für virtuelle Maschinen und große Bildprojekte. Auch kleinere lokale KI-Modelle lassen sich damit ausführen. Ein späteres Speicher-Upgrade ist nicht möglich. In unserem Testgerät steckt eine 1 TB große YMTC PC411. Die NVMe-SSD nutzt PCIe 4.0 x4. Ein zweiter M.2-2280-Steckplatz ermöglicht den Einbau einer weiteren NVMe‑SSD. Beide Steckplätze unterstützen Laufwerke mit jeweils bis zu 8 TB.
Christoph Hoffmann
USB4 überträgt Daten mit bis zu 40 Gbit/s und gibt ein Bildsignal aus. Der Anschluss kann den Mini-PC außerdem mit bis zu 100 Watt versorgen. OCuLink bindet eine externe Grafikkarte über vier PCIe-4.0-Lanes an. Das OCuLink-Kabel darf nur bei ausgeschaltetem Rechner angeschlossen oder entfernt werden. Hinten sitzen HDMI 2.1 und DisplayPort 2.1. Zusammen mit USB4 lassen sich drei Monitore anschließen. HDMI und DisplayPort unterstützen laut Hersteller bis zu 8K bei 60 Hz. Über USB4 sind bis zu 4K bei 60 Hz möglich.
Christoph Hoffmann
Zwei Intel-I226-V-Chips stellen jeweils einen 2,5-GbE-Anschluss bereit. Damit eignet sich der Mini-PC auch für schnelle NAS-Verbindungen oder zwei getrennte Netzwerke. Für WLAN und Bluetooth ist ein MediaTek-RZ717-Modul eingebaut. Es unterstützt Wi-Fi 7 und Bluetooth 5.4.
Auf unserem Testgerät war Windows 11 Pro in der Version 25H2 mit Build 26200.7840 vorinstalliert und aktiviert. Die Einrichtung dauerte nur wenige Minuten. Windows Update installierte anschließend nur wenige kleinere Aktualisierungen. Die Grafik- und Chipsatztreiber haben wir anschließend mit dem Installationsprogramm von AMD eingerichtet. Zum Testzeitpunkt bot es den Radeon-Treiber Adrenalin 26.8.1 sowie den Chipsatztreiber 8.08.12.551 an. Nach der Installation funktionierten die Radeon 890M sowie USB4 und die Netzwerkanschlüsse ohne erkennbare Treiberprobleme.
Christoph Hoffmann
GMKClaw dient als Oberfläche für KI-Chats und -Agenten. Damit lassen sich Fragen beantworten und lokale Dateien auswerten. Herdsman lädt die dafür benötigten KI-Modelle herunter und führt sie direkt auf dem Mini-PC aus. Beim ersten Start zeigt Herdsman teilweise chinesische Texte, die Oberfläche lässt sich aber auf Englisch umstellen. Für den normalen Windows-Betrieb sind beide Programme optional.
Christoph Hoffmann
## Rechenleistung
Im PCMark 10 erreicht der Evo X1 Pro 9.571 Punkte. Der Teiltest für Produktivität kommt auf 17.895 Punkte. Essentials erzielt 11.109 Punkte. Digital Content Creation erreicht 11.971 Punkte. Die hohen Werte bestätigen die starke Anwendungsleistung. Windows und Programme starten auf der schnellen SSD zügig. Auch große Tabellen und mehrere geöffnete Anwendungen bremsen das System kaum.
Christoph Hoffmann
Im 3DMark CPU Profil erreicht der Mini-PC mit allen Threads 9.300 Punkte. Mit 16 Threads sind es 8.868 Punkte. Acht Threads liefern 6.769 Punkte. Der Einzelthread-Test endet mit 1.190 Punkten. Der Prozessor hält seinen hohen Takt über weite Teile des Tests. Kurze Einbrüche treten nur zwischen den einzelnen Messungen auf. Die hohe Mehrkernleistung eignet sich für stark parallelisierte Aufgaben. Dazu zählen das Kompilieren großer Projekte und CPU-Rendering.
Christoph Hoffmann
Geekbench AI ermittelt im AVX2-Test der CPU 3.244 Punkte mit einfacher Genauigkeit. Bei halber Genauigkeit sind es 1.614 Punkte. Quantisierte Berechnungen erreichen 6.911 Punkte. Die Leistung der NPU lässt sich aus diesen Werten nicht ableiten. Für große lokale Sprachmodelle reicht die integrierte Hardware allein nicht aus. Zudem unterstützen bisher nur wenige Windows-Programme die NPU direkt.
Christoph Hoffmann
Die YMTC-SSD liest im CrystalDiskMark große Dateien mit 7.113,89 MB/s und schreibt sie mit 6.422,34 MB/s. Im zweiten sequenziellen Test messen wir 5.067,63 MB/s beim Lesen und 5.508,44 MB/s beim Schreiben. Auch bei zufälligen 4K-Zugriffen schneidet das Laufwerk gut ab. Hier erreicht es bis zu 881,58 MB/s lesend und 791,59 MB/s schreibend. Programme und große Projekte laden entsprechend schnell.
Christoph Hoffmann
Die Radeon 890M erreicht im 3DMark Time Spy 3.433 Grafikpunkte. Das Gesamtergebnis beträgt 3.810 Punkte. In Solar Bay erzielt der Mini-PC 15.187 Punkte. Steel Nomad endet mit 723 Punkten. Im anspruchsvolleren Speed Way bleiben 508 Punkte. Die Werte sprechen für ausreichende Leistung in vielen E-Sport-Titeln. Die Bildrate hängt jedoch stark vom jeweiligen Spiel ab. Auch Auflösung und Detailstufe haben großen Einfluss. Raytracing überfordert die integrierte Grafik schnell. Für höhere Bildraten lässt sich über OCuLink eine Desktop-Grafikkarte anschließen.
* * * *
Mit 1.499 Euro gehört der Evo X1 Pro zu den teuren Mini-PCs. Der Minisforum AI X1 Pro kostet in unserer Testübersicht 1.119 Euro. Für den Geekom IT15 werden 999 Euro fällig. Der Sapphire Edge AI 370 ist mit 749 Euro nochmals günstiger. Diese Modelle bieten je nach Ausstattung weniger CPU-Leistung oder weniger Anschlüsse. Der GMKtec Evo X2 kostet dagegen 2.500 Euro und bietet deutlich mehr Grafikleistung. Beim Evo X1 Pro bezahlt man vor allem für die schnelle CPU und 64 GB RAM. OCuLink erweitert den Rechner bei Bedarf um eine Desktop-Grafikkarte.
## Stromverbrauch
Der Evo X1 Pro wird über das mitgelieferte 120-Watt-Netzteil versorgt. USB4 unterstützt laut Hersteller eine Stromversorgung mit bis zu 100 Watt. Ob das 65-Watt-Leistungsprofil über USB-C uneingeschränkt arbeitet, haben wir nicht geprüft.
Christoph Hoffmann
Im Leerlauf messen wir an der Steckdose rund 8 bis 9 Watt. Bei einfachen Desktop-Aufgaben steigt der Verbrauch meist auf 15 bis 20 Watt. In unseren Anwendungstests lag die Leistungsaufnahme vornehmlich zwischen 30 und 40 Watt. Dieser Bereich stellt keinen Maximalwert bei vollständiger CPU-Auslastung dar. Angeschlossene USB-Geräte und das gewählte Leistungsprofil beeinflussen die Werte.
Ein einfacher Office-Mini-PC mit schwächerem Prozessor benötigt weniger Energie. Zusätzlich zum getesteten 65-Watt-Modus stehen Profile mit 54 und 35 Watt zur Wahl. Die Auswirkungen dieser Profile haben wir nicht separat gemessen.
## Kühlung & Lautstärke
GMKtec kühlt den Prozessor über eine Vapor Chamber und zwei Lüfter. Ein Lüfter führt die Wärme der CPU ab. Der zweite kühlt SSD und Mainboard. Lüftungsgitter an den Seiten und der Unterseite sorgen für den Luftaustausch. Sie dürfen nicht verdeckt werden.
Im Leerlauf ist der Evo X1 Pro leise, aber hörbar. In unserer Büroumgebung fiel das gleichmäßige Rauschen nur schwach auf. Bei kurzen Lastspitzen steigt die Drehzahl schnell an. In einem ruhigen Raum ist dieser Wechsel deutlich wahrnehmbar. Unter längerer CPU- oder GPU-Last wird der Mini-PC klar hörbar. Ein störendes Pfeifen trat bei unserem Testgerät nicht auf.
Im 3DMark CPU Profile bleibt der Prozessortakt über längere Zeit stabil. Hinweise auf eine starke thermische Drosselung zeigt der Test nicht. Das Gehäuse wird unter Last spürbar warm, aber nicht unangenehm heiß.
## Fazit
Der GMKtec Evo X1 Pro ist ein sehr schneller Arbeitsrechner im Mini-Format. Der Ryzen AI 9 HX 470 bewältigt Office-Programme und lange Rechenaufgaben ohne Probleme. Die 64 GB RAM bieten viel Reserve. Auch die SSD überzeugt mit mehr als 7 GB/s. USB4 und OCuLink erleichtern den Anschluss externer Hardware. Zwei 2,5-GbE-Ports ermöglichen schnelle und getrennte Netzwerkverbindungen.
Der Listenpreis von 1.499 Euro ist jedoch hoch. Die Radeon 890M reicht für viele Full-HD-Spiele mit angepassten Einstellungen, bleibt aber deutlich hinter einer separaten Grafikkarte zurück. Der verlötete Arbeitsspeicher verhindert spätere Upgrades. GMKClaw wirkt unfertig, und Herdsman startet zunächst mit chinesischen Texten. Für reine Office-Aufgaben gibt es günstigere Mini-PCs. Der Evo X1 Pro eignet sich für Nutzer, die viel CPU-Leistung und 64 GB RAM auf engem Raum benötigen. OCuLink macht ihn zusätzlich für den Betrieb mit einer externen Grafikkarte interessant.
## Technische Daten
* Prozessor: AMD Ryzen AI 9 HX 470, 12 Kerne, 24 Threads, bis 5,2 GHz, 36 MB Cache
* Architektur: 4 × Zen 5 und 8 × Zen 5c, 4-nm-Fertigung
* Leistungsprofile: 35, 54 oder 65 Watt
* Grafik: AMD Radeon 890M, 16 Compute Units, bis 3,1 GHz
* NPU: AMD XDNA 2 mit bis zu 55 TOPS, Gesamtsystem bis zu 86 TOPS
* Arbeitsspeicher: 64 GB LPDDR5 mit 6.400 MT/s, fest verlötet
* SSD: 1 TB YMTC PC411 über PCIe 4.0 x4 im Testgerät, Variante mit 2 TB erhältlich
* SSD-Steckplätze: 2 × M.2 2280 über PCIe 4.0 x4, jeweils bis zu 8 TB
* Vorderseite: 2 × USB-A mit 10 Gbit/s, USB4, OCuLink, 3,5-mm-Klinkenbuchse für Headsets, Ein/Aus-Taster und Reset-Taste
* Rückseite: 2 × USB-A mit 10 Gbit/s, HDMI 2.1, DisplayPort 2.1, 2 × 2,5-GbE, Netzteilanschluss und Kensington-Schloss
* Funk: Wi-Fi 7 mit MediaTek RZ717 und Bluetooth 5.4
* Monitore: bis zu drei, über HDMI und DisplayPort bis 8K/60 Hz, über USB4 bis 4K/60 Hz
* Betriebssystem: Windows 11 Pro
* Kühlung: Vapor Chamber und zwei Lüfter
* Abmessungen: 107 × 111 × 63 mm
* Gewicht: rund 590 g
* Netzteil: 120 Watt, 19 Volt, 6,32 Ampere